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Mauern bauen gegen die Flut  


Helferinnen und Helfer von „Corazones para Peru“ besuchen zum insgesamt vierten Mal die von der Flutkatastrophe betroffenen Dörfer – und sagen Hilfe beim Wiederaufbau der Häuser zu / Kleine Hilfsorganisationen helfen effektiver

Urubamba/ Peru, 28.02.2013: Eingestürzte Dächer liegen auf der Straße, Reste von Mauern, Schlamm und Kies. Zwar haben die Aufräumarbeiten begonnen, die Menschen sammeln unablässig Holz und Steine, der große Bagger türmt den Schutt auf, unter dem viele Häuser in jener Nacht vor rund vier Wochen begraben wurden. Doch die Situation in dem Dorf Tancac, nahe Ollantaytambo, im Süden Perus, ist nahezu unverändert. Immer noch schlafen die Menschen in provisorischen Hütten aus Plastikplanen, die sie an einem Hang gebaut haben – aus Angst vor einer neuen Flut. Immer noch ist die Bevölkerung von der Außenwelt abgeschnitten. Immer noch gibt es kein Trinkwasser.


„Wir sind alle im Schockzustand und traumatisiert“

„Weil alle Rohrleitungen zerstört wurden“, erklärt Gustavo Becerra Chillitupa. Der Wassermangel hat noch andere Folgen: „Wir können unsere Felder nicht bewässern und unser Vieh nicht versorgen.“ Chillitupa, 39, ist Mitglied im Gemeinderat von Tancac. Er fühle sich verantwortlich für seine „Brüder und Schwestern, die momentan leiden“, so sagt er. Der Mann lächelt müde. Seit vier Tagen habe er nicht geschlafen. „Es gibt doch immer etwas zu tun.“ Die Verteilung der Spenden und die Essensausgabe an die Menschen organisieren, sich die Nöte jedes einzelnen Bewohners anhören, versuchen zu helfen. Im Kleinen. „Im Moment befindet sich das ganze Dorf in einem Schockzustand“, sagt Chillitupa. „Wir sind alle traumatisiert.“ Die Kinder von Tancac werden derzeit täglich von Psychologen betreut.


Kleidung, Gummistiefel und Taschenlampen

Die Helferinnen und Helfer von „Corazones para Perú“ besuchten Tancac vergangene Woche bereits zum dritten Mal – mit weiteren Spenden im Gepäck. Nachdem das deutsch-peruanische Hilfsprojekt die Bevölkerung, aber auch die Geschäftsleute und Unternehmen in Urubamba mit einer großen Aktion über die Situation in Tancac informierte, erklärten sich das Hotel „Tambo del Inka“ und das „Deutsche Café“ spontan zu großzügigen Spenden bereit. Das „Tambo del Inka“ startete eine großangelegte Sammelaktion innerhalb der Belegschaft. Dabei kamen rund 20 Decken, etwa 200 Kleidungsstücke in verschiedenen Größen sowie rund 10 Paar Schuhe zusammen. Das „Deutsche Café“ spendete darüber hinaus 100 Paar neue Gummistiefel sowie 100 Taschenlampen. Die Helferinnen und Helfer von „Corazones para Perú“ gehörten Anfang Februar zu den Ersten, die den Unglücksort erreichten. Mit dabei hatten sie mehr als 300 Liter Trinkwasser. Am folgenden Tag brachten sie 40 Wolldecken, 5 Säcken Gemüse zu jeweils 50 Kilogramm, Paletten mit Wasserflaschen, 4 Säcken Kleidung, einem Sack Fleisch und Kisten mit Medikamenten und Verbandsmaterial. Einen Teil dieser Spenden verteilten sie in Huilloc, einem anderen Dorf, das von der Flut ebenfalls stark betroffen ist.


„Die kleinen Hilfsorganisationen helfen effektiver“

„Meist sind es nur die kleinen Hilfsorganisationen, die bei solchen Katastrophen unmittelbar vor Ort sind und wirklich und vor allem effektiver helfen“, sagt Dr. Dieter Arnold, Gründer und Vorsitzender des Hilfsprojekts „Herzen für eine Neue Welt“. Denn tatsächlich ebbt die große Welle der Hilfe und Solidarität allmählich ab, die Tancac in ersten Tagen nach der Flut entgegenschlug. Zwar hat die Gemeindeverwaltung von Ollantaytambo, zu deren Bezirk Tancac gehört, einen weiteren Schaufelbagger zur Verfügung gestellt. Aber mehr ist bislang von der Hilfe, die die Politiker wenige Tage nach der Flut versprochen haben, nicht angekommen. „Die meisten, die herkommen, wollen doch nur Werbung mit unserer Not machen und unsere Verzweiflung für ihre Zwecke nutzen“, sagt Chillitupa. „Und erst recht die großen Unternehmen“, fügt er hinzu, „die machen doch gar nichts.“ Beispielsweise Peru Rail. Die Züge des Eisenbahnunternehmens fahren auf ihrem Weg zum Touristenmagnet Machu Picchu durch das Gebiet von Ollantaytambo – auch auf dem Grund und Boden von Tancac. „Die haben uns ein wenig Wasser gebracht, das war alles“, so Chillitupa.


Hilfe beim Wiederaufbau – und dem langfristigen Schutz

Beim dritten Besuch in Tancac sicherten die Helferinnen und Helfer von „Corazones para Perú“ umfassende Unterstützung beim Wiederaufbau der Häuser zu. Außerdem will das Hilfsprojekt bei der Planung und Konstruktion von Mauern helfen, die langfristig gegen Fluten und Hochwasser schützen sollen. Denn Pläne zur Prävention existieren bereits, wie Vertreter der Gemeindeverwaltung von Ollantaytambo bestätigten. Schutzwälle, die zwölf Meter lang und zweieinhalb Meter hoch wären. Auch „Corazones para Peru“ setzt sich für diese Maßnahmen sowie eine langfristige Hilfe für die Menschen ein. Deshalb ruft das Hilfsprojekt weiterhin zu Spenden in Deutschland und Peru auf, die unmittelbar in den Wiederaufbau der betroffenen Dörfer fließen sollen.


Wenn Sie den Opfern der Flutkatastrophe im Süden Perus helfen wollen, spenden Sie an „Corazones para Peru“ unter dem Stichwort „Flut Peru“ an: Deutsche Bank Königstein, BLZ 500 700 24, Konto 47 222 37.





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