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Über 40.000 Euro für den Wiederaufbau nach der Flut  


Das deutsch-peruanische Hilfsprojekt „Herzen für eine Neue Welt“ baut insgesamt 22 Häuser in Peru auf – und verpflichtet die Politiker zur Prävention

Urubamba / Peru, 15.04.2013: Erschüttert zeigte sich Dr. Dieter Arnold, als er sich die Verwüstungen im Dorf Tankac vor Ort ansah. „Unglaublich, dass hier überall einmal Häuser gestanden haben sollen“, sagte der Gründer, Vorsitzende und Geschäftsführer von „Herzen für eine Neue Welt“. Vor rund zwei Monaten sind in der Region Ollantaytambo im Süden Perus nach heftigen, lang andauernden Regenfällen die Flüsse stark über ihre Ufer getreten. Das Hochwasser ließ an vielen Stellen nur Steine, Schutt und Schlamm zurück. Im Osten des Flusses Tankac, dort wo auch der Nachbarort Phiry liegt, wurden über 40 Häuser zerstört. Auf der westlichen Seite sind zwar die meisten Häuser stark beschädigt, aber immerhin: Sie stehen noch. Über 30 Zelte stehen neben der Kirche im Ort, das Nationalinstitut für den Zivilschutz in Peru hat sie aufgestellt. Eine der wenigen Spenden, die von den Behörden bislang in Tankac ankamen. Ein dünnes Plastikdach über dem Kopf für die Ärmsten.


Umfassende Sicherheitsmaßnahmen als Voraussetzung

Nach der schnellen, unmittelbaren Hilfe mit Nahrungsmitteln, Decken und Kleidung, aber auch psychologischer Unterstützung für die Menschen will das deutsch-peruanische Hilfsprojekt „Herzen für eine Neue Welt“ nun nachhaltig helfen und den Wiederaufbau finanzieren. Insgesamt über 40.000 Euro konnte „Herzen für eine Neue Welt“ bei einem großanlegten Spendenaufruf in Deutschland für die Opfer der Flut sammeln. Allerdings knüpft der Vorsitzende Arnold die Hilfe an eine entscheidende Bedingung: Die Gemeinde von Ollantaytambo, zu deren Bezirk die Dörfer gehören, verpflichtet sich ihrerseits, für umfassende Sicherheitsmaßnahmen gegen Hochwasser, wie beispielsweise Schutzmauern, zu sorgen. „Ansonsten wird das Spendengeld nicht nachhaltig investiert – dies sind wir unseren Spenden jedoch schuldig“, erklärt Arnold. „Dann starten wir den gleichen Hilfeaufruf in zwei bis drei Jahren erneut – bei der nächsten Flut.“


„Es soll nur um die Menschen gehen, die alles verloren haben“

Damit die Hilfe wirklich zu den Menschen gelangt, die am härtesten von der Flut getroffen wurden und die alles verloren haben, hat „Herzen für eine Neue Welt“ mehrere Bedingungen für die Unterstützung festgelegt. Erstens müssen die Bewohner sich verpflichten, ihr Haus an einem anderen Ort wiederaufzubauen, wenn es vorher in einer durch die Flut gefährdeten Zone stand. Sichere Zonen werden derzeit in Zusammenarbeit mit Architekten ausgewiesen. Zweitens werden nur jene Betroffenen unterstützt, die lediglich ein Grundstück besitzen. Denn in Peru haben viele Menschen zwei Wohnorte, einen ländlichen und einen in einer größeren Stadt. Drittens wird geklärt, ob die Betroffenen Familienmitglieder haben, die wiederum Grundstücke oder Vermögen besitzen. „Es soll ausschließlich um die Menschen gehen, die wirklich leiden und die alles verloren haben“, fasst es Remigo Aima, der Präsident von Tankac, zusammen.


Standardisierte Häuser für 22 Familien in beiden Dörfern

Nach diesen Vorgaben suchten die lokalen Gemeinderäte der beiden Dörfer insgesamt 22 Familien aus. Vorsitzender Arnold und Sandra Rodriguez Gonzalez, die Direktorin des Schwestervereins „Corazones para Perú“, besuchten die Menschen und schauten sich die Situation vor Ort an. Danach stand für Arnold fest: Es sollen standardisierte Häuser für alle 22 Familien gebaut werden. Dadurch soll der Wiederaufbau beschleunigt, die individuellen Kosten gesenkt und dadurch letztlich mehr Menschen geholfen werden. „So können wir mit einem vorbildlichen Projekt wirklich langfristig helfen“, betont Arnold. Vor allem könnten, so der Vorsitzende weiter, „wohlhabende Menschen in Zukunft aufgerüttelt werden, wenn sie sehen, dass mit rund 40.000 Euro zwei ganze Siedlungen wiederaufgebaut werden können“.


Steinfundament soll die Häuser sicherer machen

„Es ist sehr gut, wie viel Sie in den Wiederaufbau investieren“, sagt Augustin Mendoza Masios, Architekt und Stadtplaner der Gemeinde Ollantaytambo. Masios hilft dabei, die sicheren Zonen für den Wiederaufbau auszuweisen sowie die Häuser so zu entwerfen, dass sie sicherer sind. „Die Häuser stürzen in der Regel nicht wegen der Kraft des Flusses ein, sondern weil das Mauerwerk durch den Dauerregen durchnässt ist“, so der Architekt. Deshalb sollen die neuen Häuser stabiler sein: mit einem 1,20 Meter tiefen Fundament aus massiven Steinen. Für jedes Haus, das zwei Stockwerke umfasst, veranschlagt der Architekt rund 3.500 Euro. Den größten Teil davon, rund 1500 Euro, trägt „Herzen für eine Neue Welt“ für das Baumaterial. Die Familien kommen für die Arbeitskraft auf, rund 1150 Euro, die Gemeinde von Ollantaytambo übernimmt 850 Euro für Strom, Wasser sowie Abwasser. „Die Menschen sollen stets selbst mithelfen, so gut sie können“, sagt Vorsitzender Arnold. „Das ist die Philosophie von ‚Herzen für eine Neue Welt‘.“


Drei Kilometer lange Sicherheitsmauer für 1,2 Millionen Euro

„Diese Arbeiten dürften bis zum Juli weitestgehend abgeschlossen sein“, schätzt Bernardino Luna Gutierrez vom Nationalinstitut für den Zivilschutz in Peru. Darüber hinaus verpflichtet sich die Verwaltung der Gemeinde Ollantaytambo zum Bau nachhaltiger Sicherheitsmaßnahmen. Das heißt konkret: eine rund drei Meter hohe und anderthalb Meter breite Schutzmauer, die sich über etwa drei Kilometer erstrecken würde und auf beiden Seiten des acht Meter breiten Flusses verliefe. Kosten: rund 1,2 Millionen Euro. „Das ist die einzige Möglichkeit, die wirklich etwas bringt“, sagt Gutierrez. Auch Gambionen wurden geprüft. Die Metallkörbe, die mit Steinen gefüllt sind, werden auch in Deutschland an Flussbetten gegen Hochwasser eingesetzt. Gambionen seien teurer und hielten starke Fluten, wie sie in Peru vorkämen, nicht ab, so Gutierrez. In Tankac ist der Flusspegel inzwischen wieder gefallen. Die schlimmsten Regenfälle dürften vorbei sein, schätzen peruanische Meteorologen. Zumindest in diesem Jahr.


Wenn Sie den Wiederaufbau im Süden Perus unterstützen wollen, spenden Sie an „Corazones para Peru“ unter dem Stichwort „Flut Peru“ an: Deutsche Bank Königstein, BLZ 500 700 24, Konto 47 222 37.




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