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Für eine lautere und lebendigere Welt  


Das deutsch-peruanische Hilfsprojekt „Herzen für eine Neue Welt“ startet ein Hörgeräte-Projekt in Cusco – und will in erster Linie den Kindern helfen

Urubamba / Peru, 29.04.2013: Percy hebt die Hand, winkt und lallt dann ein, zwei schwer verständliche Worte. Dann setzt der 9-jährige Junge ein breites Grinsen auf. So sagt Percy „Hallo“ zu jedem, der ihm begegnet. Seit seiner Geburt hat der Junge einen schweren Hörfehler, er nimmt nur vereinzelt Geräusche wahr. Doch seit zwei Tagen ist in Percys sehr leiser Welt alles ein wenig lauter und lebhafter geworden. Denn seit zwei Tagen trägt er ein Hörgerät. „Ich bin jetzt glücklich“, sagt Percy mithilfe von Gebärdensprache. Dann lächelt er und läuft zu einer Gruppe anderer Kinder. „Es ist wunderschön mitzuerleben, wenn Kinder zum ersten Mal in ihrem Leben mehr Geräusche wahrnehmen und dadurch mehr am Leben teilnehmen können“, sagt Susan Möckel. Die 36-jährige Hörgeräteakustikmeisterin leitet das Hörgeräte-Projekt von „Herzen für eine Neue Welt.“


„Wir wollen die Kinder in die Gesellschaft integrieren“

Seit rund einem Monat ist das Hörgeräte-Projekt des deutsch-peruanischen Hilfsprojekts in dem Heim „Heiliger Franz von Assisi“ in Cusco untergebracht. In der Einrichtung, deren Träger die Katholische Kirche in Peru ist, leben rund 30 Kinder zwischen 4 und 14 Jahren, die an mittleren bis sehr schwersten Hörschäden leiden. „Wir wollen sie in die Gesellschaft integrieren“, sagt Maria Susann Chinguel, die das Heim seit 25 Jahren leitet. Auch Percy lebt seit 5 Jahren dort, seine beiden jüngeren Brüder ebenfalls. Das Projekt wurde Anfang 2013 von „Herzen für eine Neue Welt“ initiiert und wird seitdem von Susan Möckel geleitet. Die gesamte Audiometrie sowie das Labor, in dem die Hörgeräte angepasst werden, wurden 2008 in dem Heim für Hörgeschädigte eingerichtet – größtenteils mithilfe großzügiger Spenden.


Beim Hörtest wird zuerst die „Hörschwelle“ ermittelt

Zunächst beginnt jede Untersuchung mit einem Hörtest. Im Heim für Gehörgeschädigte wurde eigens eine Kabine dafür eingerichtet. Nach dem Test zeigt Susan Möckel auf einer DIN-A4-Seite die Kurven, die sich darauf abzeichnen und erklärt: „Das ist die ermittelte Hörschwelle.“ Das heißt: Anhand verschiedener Frequenzen, die der Patient hört und per Knopfdruck bestätigt, wird der Hörverlust auf beiden Ohren ermittelt. Bis 30 Dezibel aufwärts habe man ein normales, gesundes Gehör, so Möckel. Alles, was darunter liegt, wird in Abstufungen in leicht-, mittel- oder hochgradig schwerhörig eingeteilt. Ab 120 Dezibel jedoch, so die Expertin, handele es sich um komplette Taubheit, die nicht mehr mit einem Hörgerät ausgeglichen werden könne. Ein Stockwerk darüber befindet sich das Labor, in dem die Patienten die Hörgeräte erhalten.


Laptop und Software würden die Arbeit erleichtern

Susan Möckel zeigt vor Ort wie die Hörgeräte angepasst werden: Zuerst wird eine Silikonmasse in das Ohr des Patienten gefüllt, danach wird daraus ein Negativ aus Wachs hergestellt, das anschließend abgeschliffen und in seine endgültige Form gebracht wird. „Jedes Ohrstück ist eine Maßanfertigung“, erklärt Möckel. Am fertigen Ohrstück wird ein kleines Plastikröhrchen, der sogenannte Schallschlauch, befestigt, der mit dem Hörgerät verbunden wird. Lautstärke, Höhe, Klang und Balance können direkt am Hörgerät eingestellt werden, für moderne Geräte ist eine spezielle Software nötig. Diese Möglichkeit hat Susan Möckel in der Audiometrie in Cusco nicht. „Wenn sich in Deutschland das Gehör eines Patienten im Laufe der Zeit verschlechtert, kann ich das am Laptop einstellen.“ Deshalb hofft die Hörgeräte-Expertin auf eine Spende.


Unterricht für alle Kinder in einer integrativen Schule

Wie kann die Zukunft für die hörgeschädigten Kinder aussehen? Heim-Leiterin Chinguel hat eine klare Antwort: „Alle Kinder mit Behinderung sollen die Chance auf Bildung haben.“ Deshalb besuchen alle Mädchen und Jungen im schulfähigen Alter die integrative Schule „San Francisco de Borja“, an der behinderte und nicht-behinderte Kinder gemeinsam unterrichtet werden. Auch Percy gehe „gerne mit seinen Freunden in die Schule“, so sagt er. Sportunterricht habe er am liebsten. Aber auch in allen anderen Fächer wird Percy nach einem regulären Stundenplan unterrichtet. Insbesondere bei Kindern, sagt Möckel, sei die frühzeitige und vor allem individuell korrekte Behandlung überaus wichtig, weil sie sich im Gegensatz zu Erwachsenen noch in der Sprachentwicklung befinden. „Allein, dass die Kinder wieder ihr eigenes Lachen hören, hat eine unglaubliche Wirkung auf sie.“


Schulung der Einheimischen für nachhaltige Hilfsarbeit

Eine grundlegende Schulbildung soll die Kinder auf einen Beruf vorbereiten. „Viele sind sehr intelligent“, sagt Chinguel. „Aber am meisten wünsche ich mir, dass sie eine Familie gründen.“ Damit diese Nachhaltigkeit des Hörgeräte-Projektes auch wirklich gewährleistet ist, schult Susan Möckel zwei Schwestern, die in dem Heim leben. „Das ist für mich das größte Ziel meiner Zeit in Peru“, sagt sie. Nach etwa einem halben Jahr seien die Schwestern in der Lage, selbständig in der Audiometrie zu arbeiten, schätzt Möckel. Ihr größter Wunsch sei, so sagt sie selbst, dass „Leute, die kein Geld haben, auch Hilfe erhalten“. So wie Percy, der vielleicht mithilfe des Hörgeräte-Projektes von „Herzen für eine neue Welt“ und der daran anknüpfenden Schul- sowie Berufsausbildung seinen größten Wunsch für die Zukunft wahrmachen kann: Der Junge möchte mit seinen Brüdern irgendwann einmal in einer Mine in Peru arbeiten.


Patienten können das Hörgeräte-Projekt im Heim „Heiliger Franziskus von Assisi“ in der Straße Waynapata in Cusco jeden Donnerstag und Freitag, jeweils von 10 bis 16 Uhr, ohne Terminvereinbarung besuchen.




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