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Liebe findet ihren Weg: 15 Jahre Herzen für eine Neue Welt  


Seit 1998 leistet das gemeinnützige deutsch/peruanische Projekt Entwicklungszusammenarbeit und fördert so die Zusammenarbeit der beiden Länder.

"Erschütternd". So beschreibt Dr. Dieter Arnold, Gründer und Vorsitzender des Vereins "Herzen für eine neue Welt e.V.", die Eindrücke bei seinem ersten Besuch im Valle Sagrado in Peru, dem heutigen Ort der Bemühungen. "Ich konnte nicht fassen, was für ein ihnen unwürdiges Leben die Familien führen mussten. Die allgemeine Perspektivlosigkeit traf mich zutiefst". Der damals 58 jährige Ingenieur besuchte 1997 im Rahmen seiner Arbeit das Bergdorf Chicón und wurde so mit den Lebensumständen der andinen Bevölkerung konfrontiert. Hier begann das Herzensabenteuer für Arnold - und wie sich zeigen sollte, nicht nur für ihn - denn er beschloss seinen Beruf aufzugeben und etwas gegen die Probleme des Landes zu tun.

"Reich ist diese Gegend nicht. Außer vielleicht an Problemen." Sandra Rodriguez Gonzales blickt realistisch auf Die Lebensumstände in Urubamba, das mitten im Heiligen Tal in der Nähe von Cusco gelegen ist. Die Direktorin des Projektes in Peru kennt die Herausforderungen des Landes. "Zu aller erst mangelt es an der durchgehend gesicherten Nahrungsmittelversorgung. Kinder, die bis zu drei Stunden zur Schule laufen müssen, kommen dort hungrig an und bekommen den ganzen Tag nicht wirklich etwas zu essen. Erst wenn sie spät nachmittags nach Hause kommen.“ So Rodriguez. Zur Ernährung zählt auch der Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die staatliche Infrastruktur, vor allem auch die medizinische, ist sehr schwach. Eine Verbesserung der Lebensumstände aus eigener Kraft ist nur schwer möglich. Wie auch, wo doch das Schulwesen mehr als nur lückenhaft aufgebaut ist.


Verbesserung des Bildungssystems

Der Bildungsweg aber ist der nachhaltigste Weg aus der Armut. Und genau hier setzten Arnold und sein Team an. 1998 wurde feierlich der Kindergarten in Chicón eröffnet. Senora Quispe, Mutter eines der ersten Kinder, erinnert sich noch genau. "Wir waren alle total aufgeregt. Hier kam zum ersten Mal eine Organisation, die mit uns auf Augenhöhe ein Projekt umsetzte. Das Geld und die groben Pläne kamen zwar aus Deutschland, aber Umsetzung, Kontrolle und Leitung wurde Hand in Hand von Deutschen und Peruanern unserer Stadt ausgeführt.“ Bei allen Beteiligten herrschte das Gefühl vor, dass es sich hierbei um keine Eintagsfliege handelte. Dass langfristig gedacht und gehandelt wurde, und dass die Menschen klar im Mittelpunkt stehen und nicht einfach nach einem Jahr wieder fallen gelassen werden.


Kinder und Bildung stehen von Anfang an an aller erster Stelle

Mit dem Schulspeisungsprogramm in Chicón, das jedem Kind pro Schultag eine warme Mahlzeit garantiert, wurde das Ernährungsproblem angegangen. Jedoch werden die Eltern gebeten, sich mit einem kleinen Beitrag symbolisch zu beteiligen. Das Projekt engagierte Lehrer, besonders für Englisch, das meist nur sehr schlecht unterrichtet wird. Früh erkannt wurde auch die Bedeutung des Computers für die moderne Arbeitswelt, weshalb ein Computerzentrum für den entsprechenden Unterricht an die Schule angegliedert wurde. Auch die ganz Kleinen erhielten Unterstützung: 2011 wurde die vom Familienministerium ausgezeichnete Kinderkrippe WawaWasi für die 1-3jährigen eröffnet. Erst mit 3 Jahren werden sie in dem durch das Projekt unterstützen Kindergarten betreut.


Ausweitung der Hilfe auf die Gemeinschaft

Nicht nur die Kinder, sondern die ganze Dorfgemeinde erfuhr in den folgenden Jahren durch zahlreiche Maßnahmen Unterstützung. So verbesserten der Bau von Brücken, Straßen, einer Kirche und einem Gemeinschaftshaus die Infrastruktur. Ein Gesundheitszentrum mit eigenem Zahnarzt, Labor und Ultraschall, stellte die erste medizinische Anlaufstelle in der Geschichte des Dorfes dar. Mit der eigenen Banco PorTí gewährt Herzen für eine Neue Welt, Menschen einen Kredit für ihre Pläne, die sonst nie an entsprechende Gelder gekommen wären.


Liebe findet einen Weg

Doch ein zentrales Problem kann damit nicht angegangen werden: Kindern aus schwierigen Verhältnissen sind mit Kindergärten oder Schulen und besserer Infrastruktur nicht geholfen. Aus diesem Dilemma heraus, entstand 2000 die Idee des Kinderdorfes Munaychay (Quechua: Liebe findet einen Weg), der Kern des Projekts. 70 Kinder, im Alter von 1 bis 18 Jahren, haben hier ein liebevolles Zuhause gefunden. Von Kreativzentrum und Bibliothek, mit eigenen Lehrern und zahlreichen AGs, über Sporthalle, Abenteuerspielplatz und Versammlungshaus bis hin zu der Selbstversorgungsanlage des "Dorfes" Santa Rosa, samt Schreinerei und Hühnerzucht, ist in Munaychay alles gegeben. In jedem Jahr ist es gewachsen, kamen neue Ideen und Initiativen hinzu. So wird noch dieses Jahr das achte Kinderhaus eröffnet, so dass hier mittlerweile 75 Kinder in den Genuss einer erfüllenden Erziehung kommen.
Ein wichtiger Bestandteil dieses Zuhauses sind Freiwillige aus Deutschland. 18 Abiturientinnen und Abiturienten sind aktuell in Peru im Einsatz, von denen die Hälfte in Munaychay wohnt und nachmittags den Kindern bei den Hausaufgaben hilft, mit ihnen spielt, Ausflüge macht und für die Kinder da ist. Der Verein bedient sich des Freiwilligenmodells, da er zum einen den Kulturaustausch zwischen den beiden Ländern befördern will und andererseits fest an den pädagogischen bzw. systemischen Nutzen glaubt, den junge Menschen durch ihre eigenen Perspektiven und Aufgeschlossenheit in das Projekt bringen können.


Auch in Deutschland wurde viel erreicht

Derweil wurde in Deutschland alles dafür getan, ein solides, transparentes Spendernetzwerk aufzubauen. 40% des Jahresbedarfs von mittlerweile 400 000 € wird über Pateneltern generiert. Diesen ermöglicht das Projekt einen engen Kontakt zu ihren Schützlingen. Regelmäßige Briefwechsel, Bilder und Entwicklungsberichte sind Grundlage des Patenprogramms. Aber nicht nur für Kinder werden Patenschaften übernommen, sondern auch für Lehrer, wodurch gezielt Unterricht ermöglicht wird. Dabei garantiert der Verein immer größtmögliche Transparenz, die Gelder können verfolgt werden. Weiterhin gehören viele kleine Aktionen zum Fundraisingrepertoire des Vereins. Zaubershows des Vorsitzenden, der Alpaka Laden in der Mitte von Königstein, in dem Kleidung vom Bauernmarkt in Pisac verkauft werden und die Herzensmauern die überall plakatiert werden, gehören dazu. So und durch die effiziente Organisation erklärt sich auch der geringe Personalkostenanteil von 10%. Zum Vergleich: Um das Spendensiegel des DZI zu erhalten, dürfen die Kosten bis zu 30% betragen. Auszeichnung für seine Transparenz und Effizienz war auch der kritische Dokumentarfilm "Im Spendendschungel" (Arte, 2012), in dem Herzen für eine neue Welt als eines der wenigen positiven Beispiele für gemeinnützige Organisationen hervorgehoben wurde.


Wenn das Projekt ein Kind wäre, hätte es 2008 seine Pubertät erreicht.

Zuvor waren alle Projekte auf Chicón und das 20 Minuten entfernt gelegene Munaychay ausgerichtet. Doch dann folgte der bedeutsame Schritt nach Ccotohuincho, einem Stadtteil von Urubamba, wo neue Klassenräume gebaut wurden. Stück für Stück, wurden die Dienstleistungen, die schon seit Jahren in Chicón angeboten wurden, auf viele Dörfer in der Region ausgedehnt. So unterstützt der Verein 13 Schulen mit Lehrern, Freiwilligen und Schulspeisungsprogramm, ein weiteres Gesundheitszentrum, eine mobile Gesundheitsstation und mehrere Computerzentren konnten realisiert werden.


Lernen mit Herz

Mittlerweile ist der Verein in einem guten Dutzend Dörfern präsent. Auch mit dem Projekt Lernen mit Herz. Kinder aus schwierigen Verhältnissen bekommen finanzielle und edukative Unterstützung, wodurch ihnen der Schulbesuch ermöglicht wird, anstatt zu arbeiten. Das Projekt betreut diese Familien intensiv und sucht mit psychologischer Unterstützung gemeinsam nach Lösungen für die Probleme. Das Projekt für Menschen mit Behinderung komplettiert die "Projektpalette" des Vereins. Zwei Mal pro Woche finden Treffen statt, bei denen gebastelt wird, Ketten und Mützen hergestellt werden, die dann gemeinsam verkauft werden. Außerdem begleitet eine Betreuerin die Menschen auf Wunsch bei Arztbesuchen und vermittelt bei gesundheitlichen Anliegen aller Art.
Langfristig sollen mehr Projekte aus Peru direkt finanziert und nicht erst durch Spender aus Deutschland ermöglicht werden. Social Business lautet hier das Stichwort. Im Rahmen der dem Verein sehr am Herz gelegenen Hilfe zur Selbsthilfe, wurden daher zum Beispiel zwei Restaurants, eine Fischzucht auf 3600m und ein Wasserkraftwerk gebaut, deren Erträge den Menschen im Valle Sagrado zu Gute kommen.


Grund zum Feiern

Heute ist Herzen für eine neue Welt ein respektierter Verein mit Büro in Urubamba. Seiner Größe entsprechend kümmern sich heute eine eigene Buchhaltung, ein Sekretariat, eine PR und Fahrer um die zahlreichen Nebentätigkeiten, die bei Entwicklungszusammenarbeit anfallen. Die Strukturen, Hilfen und Pläne sind auf lange Jahre gesichert, die Zusammenarbeit zwischen Deutschen und Peruanern so gut wie nie zu vor, und alle Beteiligten noch mindestens genauso motiviert wie am ersten Tag vor 15 Jahren. Das hat der Verein gefeiert. Mit Aufführungen und Präsentationen der Kinder des Schulnetzwerks (Donnerstag, 3. Oktober), der Kinder aus Munaychay (12. Oktober), der Arbeiter und Voluntarios (17. Oktober). Am 20. Oktober wurde mit einem deutsch-peruanischen Gottesdienst der Tag einleiten, an dem sich das Projekt in seiner ganzen Vielfalt anschließend an Ständen präsentiert. Auch an kulinarischen Highlights fehlte es nicht. Ein Fest des Herzens für unsere Herzensarbeit" an welchem der Gründer des Veriens, Dr. Dieter Arnold, natürlich persönlich anwesend war.

Und was erhofft sich Arnold von der Zukunft des Projekts? "Das wir weiterhin Erfolgsgeschichten wie die von Jenny scheiben können. Durch eine Art Munaychay 2, ein Projekt das die Jugendlichen beim Übergang an die Universität berät und betreut und das im kommenden Jahr fest als Projekt mit eigenem Mitarbeiterstaab installiert werden wird, kam Jenny an eine Ausbildungsstelle im Projekt. Heute arbeitet sie als Direktionsassistentin für den Verein. Der Wahlspruch des Vereins bewahrheitet sich also: Was du zum Fenster hinaus gibst, bringen dir die Engel zur Tür wieder herein.



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