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Zweiter Erfahrungsbericht von Konrad Reichel   

Liebe Leser,
was ist besser: genügsam und zufrieden zu sein oder nach immer schwerer zu erreichbaren Zielen zu streben und oft, aber nicht immer enttäuscht zu werden?
(Diese Frage ist sehr schwarz-weiß gestellt, denn Genügsamkeit/Streben und (Un)Zufriedenheit gehören nicht zwangsläufig zusammen, aber es gilt zumindest, dass man als absolut genügsamer Mensch nicht enttäuscht werden kann, dafür aber weniger Anreize hat, etwas zu erreichen und umgekehrt.)
Wie würden Sie die einleitende Frage beantworten?
Es handelt sich hierbei um eine grundsätzliche Frage, die auch wir Freiwilligen uns hier immer wieder stellen müssen. Der Vergleich von Anspruch und Wirklichkeit beeinflusst uns immer wieder. Er ist maßgeblich für unsere Motivation vor Ort.
Ich gebe Ihnen zwei Beispiele:
Die ältesten Kinder aus Munaychay kommen oft erst nach 18 Uhr aus der Schule zurück ins Kinderdorf. Nach einem anstrengenden Tag, an dem sie schon um sechs Uhr aufgestanden sind, müssen sie zuhause theoretisch noch für Klassenarbeiten lernen. Müde und lustlos sitzen wir manchmal noch zusammen, um die Schulinhalte nachzuvollziehen. Aber kann man das wirklich verlangen? Darf nicht jeder Mensch auch ein bisschen freie Zeit haben, in der er seinen Alltag individuell machen darf und einfach Freude haben kann? Ist das nicht eine der großen Errungenschaften unserer Gesellschaft – Freiheit und Selbstbestimmung? Oder ist es nicht sinnvoller, viel zu lernen, gute Abschlüsse zu erzielen, viel zu wissen und eine Karriere zu starten, auf diesem Weg aber dauernd enttäuscht zu werden? Wegen Überlastung. Wegen Lernschwächen. Wegen fehlender Motivation und Freude auf dem Weg zu seinem Ziel?
Wir Freiwilligen sind mit der Motivation angereist, das Projekt weiterzubringen, den Kindern/Jugendlichen aus dem Kinderdorf, „Lernen mit Herz“, den Schulen Perspektiven zu öffnen, unser Wissen mit ihnen zu teilen, sie persönlich weiterzubringen, mit ihnen Spaß zu haben, oder einfach die Kultur der Anden und sich selbst besser kennenzulernen. Doch auf dem Weg dorthin tauchen gefühlt ANDAUERND Probleme auf. Die Sprache, die Unterrichtszeiten der Kinder, physische Erschöpfung bzw. Krankheit, Ahnungslosigkeit bezüglich der Gepflogenheiten der Peruaner von uns Freiwilligen, unwillige Kooperationspartner, das überlastete Internet,…
Was viel einfacher wäre, wäre, sich eine schöne Zeit zu machen, feiern zu gehen, das Land touristenmäßig zu bereisen, das Essen und die anderen Vorteile der Kultur zu genießen.
Doch dann schaut man sich das Kinderdorf an, „Lernen mit Herz“ und die vielen anderen Projekte von Corazones para Perú und sieht, wie unfassbar viel de facto trotz aller ungünstigen Umstände schon erreicht worden ist.
Zu manchen Schönheiten gelangt man eben nur durch Anstrengung. Und mit Glück erreicht man sogar Dinge, die man nicht vorhersehen konnte.
Wie soll die einleitende Frage nun beantwortet werden? Man kann sie sich in jeder Situation, vor jedem Hindernis erneut stellen und den Aufwand mit dem zu erwartendem Nutzen abwägen, man kann aber auch die Bequemlichkeit, den Genuss und die Genügsamkeit zur Maxime erklären, denn wenn alle diese Einstellung zu 100 Prozent hätten, wäre die Zufriedenheit größer(, nicht aber Fortschritt und der soziale Anspruch des Menschen, den durchschnittlichen Lebensstandard zu erhöhen und Errungenschaften umzuverteilen, weil ja niemand nach Errungenschaften streben würde) oder man vertraut darauf, mit seinem Einsatz etwas zu erreichen.
Viele Grüße aus Perú! Konrad Reichel



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